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Flyer zur Veranstaltung
2016-12-15 RLS+PMND Hinter die Kulissen
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Liebe Freunde, MitstreiterInnen, SympathisantInnen und BeobachtereInnen des Bürgerbegehrens "Kein Ausverkauf der Potsdamer Mitte",

 

als spannenden Beitrag zur Debatte um die Entwicklung der Potsdamer Mitte laden die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg und Potsdamer Mitte neu denken zum Ende eines ereignisreichen Jahres ein:

 

Unter dem Titel

"Hinter die Kulissen blicken - Perspektiven aktueller Stadtforschung auf Potsdams Mitte-Konflikt"

wird am

15. Dezember 2016, 18:30 Uhr im Hörsaal 2 (kleiner Hörsaal) des FH-Gebäudes am Alten Markt

 

mit zwei Inputvorträgen und anschließender Diskussion untersucht, welche Kräfte und Interessen auf Stadtentwicklung wirken und welche Bedeutungen dem materiell Vorhandenen zukommen können.

 

Leitfragen sind hierfür: "Welche Interessen, Bedürfnisse und Konflikte kommen zusammen, wenn Menschen bei der Gestaltung ihrer Stadt mit entscheiden möchten? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Stadt und Gedächtnis? Welche finanziellen und kommerziellen Interessen spielen bei der Gestaltung von städtischem Raum eine Rolle? Und welche Konzepte lassen sich der „neoliberalen Stadt“ entgegensetzen?"

 

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme. Eintritt frei.

 

Zu den Referenten und ihren Vortragsthemen:

 

Dr. Henning Füller ist seit 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoc) am Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschungs-schwerpunkte sind das Verhältnis von Macht und Raum, der Wandel städtischer Governance und die Rolle von Technologien in diesen Kontexten. In seiner Dissertation hat er gemeinsam mit Nadine Marquardt die Restrukturierung von Downtown Los Angeles als exemplarisches Beispiel einer „sichergestellten Urbanität“ untersucht.

 

In seinem Beitrag wird Henning Füller Rahmenbedingungen aktueller Stadtentwicklung vorstellen. Hierfür wird er Bezug auf die Literatur kritischer Geographie und Stadtforschung nehmen: Zum einen hilft David Harveys Konzeption der unternehmerischen Stadt zur Erklärung neoliberaler Stadtpolitiken der letzten Jahre. Zum anderen hat Sharon Zukin das Muster der Inwertsetzung von Authentizität herausgearbeitet, dass sich in der gegenwärtigen Herstellung erlebnisvoller und zugleich erwartungssicherer Innenstädte für kaufkräftige Konsument_innen in vielen westlichen Städten wiederfindet. In der Diskussion soll geprüft werden, inwiefern diese Erklärungsmuster auch als Rahmenbedingungen für Potsdam relevant sind.

 

Dr. Julia Binder promovierte 2014 am Institut für Sozialwissenschaften der HU-Berlin nach einem Magisterstudium in Kulturwissenschaft. Aktuell ist sie an der HU Berlin für einen Lehrauftrag angestellt, arbeitet aber auch seit 2009 als Referentin in der Gedenkstätte Berliner Mauer und im früheren Notaufnahmelager Marienfelde. Der Neofelisverlag schreibt: "Ihre Forschungsschwerpunkte sind Sozialraumforschung, Vergleichende Stadt­forschung, Heritage Studies und Gedächtnistheorien. "

 

Julia Binder wird einen kurzen Überblick zu Erinnerung, Gedächtnis und Stadt geben und vorstellen, wie deren wechselseitige Beeinflussung als soziale Aushandlungs-prozesse verstehen werden können. Über Fragen nach Aneignung und Erfahrung sollen Authentizität und symbolische Handlungen weitere Beachtung finden. Hiermit wird der Blick auf die vielschichtige Herstellung des Materiellen und seine Bedeutungen gelenkt werden.

 

Wichtige Arbeitsfragen fasst der Neofelisverlang anschaulich zusammen: "Der Mensch verdrängt, blendet aus und kehrt unter den Teppich, um handlungsfähig zu bleiben. Unstimmigkeiten werden kaschiert, um vor sich selbst und vor Anderen identitätsstiftende Kohärenz verkörpern zu können. Nichtsdestotrotz erscheint das längst Verdrängte immer wieder an der Oberfläche; die eigene Geschichte bestimmt die Wahrnehmung, das Denken und Handeln. Sie provoziert Konflikte mit Neuem und Unbekanntem. Ebenso verdrängen oder verbergen auf kollektiver Ebene Gesellschaften Bereiche der eigenen Geschichte, deuten sie um, setzen sie in neue Kontexte oder geben ihnen neue Formen. Gleich der vielfach beschriebenen antiken Papyrusrolle weist die Stadt als Palimpsest verschiedene historische Schichten auf. Wenn es schwerwiegende politische Zäsuren in der Vergangenheit gegeben hat, treten materielle Relikte dieser Regime als dissonante Störungen umso deutlicher in Erscheinung, werden als unpassend erlebt und sorgen für Irritation. Das Heute gibt Aufschluss über das Gestern. Erinnerungskonflikte tragen gleichsam die Frage nach dem Umgang mit der eigenen Geschichte in sich und gewinnen somit an Bedeutung."

 

In der Diskussion des Vortrags können dann 'zu einfache' Sichtweisen auf Stadt identifiziert und dekonstruiert werden: die Vielschichtigkeiten und Widersprüche werden aufgezeigt und dabei eine produktive Sichtweise jenseits polarisierter Debatten ermöglicht.

 

Moderation Kay-Uwe Kärsten



Ort: Rechenzentrum (Erdgeschoss),

Dortsutraße 46 in Potsdam

 

20:00 Uhr

Infostunde zu "Potsdamer Mitte neu denken" - Fragen und Antworten: z.B. wie weiter mit dem Bürgerbegehren, welche Entscheidungen und Aktionen stehen an, wie kann ich selbst einen Beitrag leisten?

21:00 Uhr

Konzert: Matti & The Richard's - Soul/Funk/Jazz aus Potsdam

 

Zum Eintritt erbitten wir für unsere kommenden Aktivitäten eine Spende.

 

Zum Hintergrund:
Ist es zeitgemäß, intakte öffentliche Gebäude wie das Rechenzentrum, die FH am Alten Markt und das Wohnhaus am Staudenhof zugunsten eines früheren, vermeintlich besseren Erscheinungsbildes abzureißen? Braucht Potsdam wirklich ein neues Wohn- und Geschäftsviertel mit teuren Fassaden am Alten Markt - und ist es nötig dafür die wenigen überhaupt noch gebliebenen Flächen zu privatisieren? Bietet das Hochschulgebäude nicht gewaltige Potenziale für die wachsende Stadtgesellschaft, für Innovation und Kommunkation? Warum soll das Rechenzentrum langfristig der Garnisonkirche weichen und darf nur temporär als Kunst- und Kreativhaus dienen? Wo bleiben 'heute' und 'morgen' in dieser Stadt?

Diese und ähnliche Fragen führten 2015 zur Gründung der Initiative POTSDAMER MITTE NEU DENKEN.

Liebe Freunde, MitstreiterInnen, SympathisantInnen und BeobachtereInnen des Bürgerbegehrens "Kein Ausverkauf der Potsdamer Mitte",

 

Potsdamer Mitte neu denken wird an diesem Freitag, den 25. November 2016

im Rechenzentrum über Stand und Fortgang des Bürgerbegehrens hin zum Bürgerentscheid informieren.

 

Im Anschluss bieten wir Euch / Ihnen - auch als Dank der uns bisher zuteilgewordenen Unterstützung und zur Motivation, damit nicht nachzulassen -

ein Soul / Funk / Jazz - Konzert.

 

 

Wir laden herzlich zu einer einstündigen Infoveranstaltung mit anschließendem Konzert ein.



Publikationen + Positionsbestimmung vom 14. August 2016

anlässlich des Vorstoßes von vier Wohnungsgenossenschaften und der kommunalen ProPotsdam für ihr beabsichtigtes Engagement in den Karrees 3, 4 und 5 des Sanierungsgebietes "Potsdamer Mitte" sowie zwei Publikationen (DER SPIEGEL und STADTBILDER / BHU)

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BürgerINFO > 2. PflichtTERMIN für alle UNTERSTÜTZERINNEN des Bürgerbegehrens

Bürgerversammlung zur Konkretisierung des Leitbautenkonzepts
am 01. Juli 2017 um 17:00 Uhr im Grossen Hörsaal der Fachhochschule,Friedrich-Ebert-Straße 4 in14467 Potsdam
"Potsdamer Mitte neu denken" wird diese aufmerksam verfolgen und ab 16:00 Uhr einen Endspurt beim Sammeln von Unterschriften für das Bürgerbegehren "Kein Ausverkauf der Potsdamer Mitte" einlegen. Kommt vorbei und lasst und gemeinsam zeigen, worauf es in der Stadtentweicklung ankommt: Breite Mitbestimmung !
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HAVELSOUNDS > 1. PflichtTERMIN für alle UNTERSTÜTZERINNEN des Bürgerbegehrens

HAVELSOUNDS - Die TalkMusikKulturErfrischung
Wohnst Du noch oder fliehst Du schon?
Potsdam ist ein teures Pflaster, von Gentrifizierung ist die Rede. Wer also kann sich Potsdam noch leisten, lässt sich der Trend aufhalten oder abmildern? Diesen Fragen stellen sich am 30. Juni die Havelsounds, in gewohnt entspannter und lockerer Atmosphäre. Auf der Wohnzimmer – Bühne im Atrium der WilhelmGalerie diskutiert und plaudert Moderator Tim Jaeger mit
Jann Jakobs, Potsdams Oberbürgermeister
André Tomczak, Initiative "Potsdamer Mitte neu denken"
Robert Neubauer, Luxusmakler Dahler & Company, bekannt u.A. durch die VOX-Reihe „Mieten, Kaufen, Wohnen“

EINTRITT FREI

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LESERPOST   Dieter Lietz + Jörn Dargel in der Märkischen Allgemeinen am 21. Juni 2016 und Klaus Krüger

Es wird gestritten, dass die Fetzen fliegen Zu "Kooperation besiegelt Leitbautenkonzept" 02. Juni 2016 + "Landtagsarchitekt Peter Kulka plädiert für den Erhalt der Fachhochschule" am 11./12. Juni 2016

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PMND-Redebeitrag von Ekkehart Schöll auf der Stadtverordnetenversammlung am 01. Juni 2016

Ekkehart Schöll für "Potsdamer MItte neu denken" auf der SVV
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Zu den Referenten und ihren Vortragsthemen:

 

Dr. Henning Füller ist seit 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoc) am Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Verhältnis von Macht und Raum, der Wandel städtischer Governance und die Rolle von Technologien in diesen Kontexten. In seiner Dissertation hat er gemeinsam mit Nadine Marquardt die Restrukturierung von Downtown Los Angeles als exemplarisches Beispiel einer „sichergestellten Urbanität“ untersucht.

 

In seinem Beitrag wird Henning Füller Rahmenbedingungen aktueller Stadtentwicklung vorstellen. Hierfür wird er Bezug auf die Literatur kritischer Geographie und Stadtforschung nehmen: Zum einen hilft David Harveys Konzeption der unternehmerischen Stadt zur Erklärung neoliberaler Stadtpolitiken der letzten Jahre. Zum anderen hat Sharon Zukin das Muster der Inwertsetzung von Authentizität herausgearbeitet, dass sich in der gegenwärtigen Herstellung erlebnisvoller und zugleich erwartungssicherer Innenstädte für kaufkräftige Konsument_innen in vielen westlichen Städten wiederfindet. In der Diskussion soll geprüft werden, inwiefern diese Erklärungsmuster auch als Rahmenbedingungen für Potsdam relevant sind.

 

Dr. Julia Binder promovierte 2014 am Institut für Sozialwissenschaften der HU-Berlin nach einem Magisterstudium in Kulturwissenschaft. Aktuell ist sie an der HU Berlin für einen Lehrauftrag angestellt, arbeitet aber auch seit 2009 als Referentin in der Gedenkstätte Berliner Mauer und im früheren Notaufnahmelager Marienfelde. Der Neofelisverlag schreibt: "Ihre Forschungsschwerpunkte sind Sozialraumforschung, Vergleichende Stadt­forschung, Heritage Studies und Gedächtnistheorien. "

 

Julia Binder wird einen kurzen Überblick zu Erinnerung, Gedächtnis und Stadt geben und vorstellen, wie deren wechselseitige Beeinflussung als soziale Aushandlungsprozesse verstehen werden können. Über Fragen nach Aneignung und Erfahrung sollen Authentizität und symbolische Handlungen weitere Beachtung finden. Hiermit wird der Blick auf die vielschichtige Herstellung des Materiellen und seine Bedeutungen gelenkt werden.

 

Wichtige Arbeitsfragen fasst der Neofelisverlang anschaulich zusammen: "Der Mensch verdrängt, blendet aus und kehrt unter den Teppich, um handlungsfähig zu bleiben. Unstimmigkeiten werden kaschiert, um vor sich selbst und vor Anderen identitätsstiftende Kohärenz verkörpern zu können. Nichtsdestotrotz erscheint das längst Verdrängte immer wieder an der Oberfläche; die eigene Geschichte bestimmt die Wahrnehmung, das Denken und Handeln. Sie provoziert Konflikte mit Neuem und Unbekanntem. Ebenso verdrängen oder verbergen auf kollektiver Ebene Gesellschaften Bereiche der eigenen Geschichte, deuten sie um, setzen sie in neue Kontexte oder geben ihnen neue Formen. Gleich der vielfach beschriebenen antiken Papyrusrolle weist die Stadt als Palimpsest verschiedene historische Schichten auf. Wenn es schwerwiegende politische Zäsuren in der Vergangenheit gegeben hat, treten materielle Relikte dieser Regime als dissonante Störungen umso deutlicher in Erscheinung, werden als unpassend erlebt und sorgen für Irritation. Das Heute gibt Aufschluss über das Gestern. Erinnerungskonflikte tragen gleichsam die Frage nach dem Umgang mit der eigenen Geschichte in sich und gewinnen somit an Bedeutung."

 

In der Diskussion des Vortrags können dann 'zu einfache' Sichtweisen auf Stadt identifiziert und dekonstruiert werden: die Vielschichtigkeiten und Widersprüche werden aufgezeigt und dabei eine produktive Sichtweise jenseits polarisierter Debatten ermöglicht.

 

Moderation Kay-Uwe Kärsten