PRESSEMITTEILUNG

PMND

vom 13. Oktober 2015           zum Beitrag

des Potsdamer Oberbürgermeisters

auf dem SPD-Unterbezirksparteitag

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Denkpause für die Potsdamer Mitte!
Wissenschaft ins FH‐Gebäude!
Kultur ins FH‐Gebäude!
Bildung und Unterbringung von Flüchtlingen im FH‐Gebäude!


Hat das FH‐Gebäude nach Auszug der FH keine Funktion mehr?

 

Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs vor dem SPD‐Unterparteitag: "Bisher hat mir noch niemand überzeugend darlegen können, was man mit einem 8.000 Quadratmeter großen Hochschulgebäude macht – ohne eine Hochschule."


Jann Jakobs hat erneut bekräftigt, in Potsdam werde weiter abgerissen. 2017 Fachhochschulgebäude und Rechenzentrum ‐ obwohl doch das Rechenzentrum bis August 2018 unter Vertrag ist ...


Der Bürgermeister möge inne halten!

 

Hat er nicht bedacht, dass es sich bei der FH um ein voll funktionsfähiges Gebäude handelt,
mit 15.000 m² Nutzfläche auf drei Geschossen plus einem Kellergeschoss, dass es sich um
optimale Räume für neue und bestehende wissenschaftliche Institute handelt, mit exzellenten Funktionen für Versammlungen und Veranstaltungen?


Wurde bislang völlig übersehen, dass hier ‐ neben der Verortung von Funktionen der Bürgergesellschaft und einer städtischen Kunstgalerie ‐ ein optimaler Wissenschaftsstandort mitten in der Stadt entstehen könnte?


Zur Erinnerung: Das Gebäude der Fachhochschule ist als ehemaliges Institut für Lehrerbildung mit entsprechenden Einrichtungen wie Vorlesungssälen, einer Mensa und Seminarräumen ausgestattet. Die Initiative "Potsdamer Mitte neu denken" hat im August 2015 ein Nachnutzungskonzept für das Fachhochschulgebäude vorgestellt, das die Umnutzungsfähigkeit dieses Komplexes nachweist. Unsere Vorschläge sehen ein Haus für Öffentlichkeit und Kultur vor, das Beiträge zur kulturellen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Innovation leisten könnte.

 

Es muss vielleicht auch nicht extra darauf hingewiesen werden, dass dieses höchst zentrale
Gebäude hervorragend für die neuen Aufgaben der Bildung für Geflüchtete geeignet ist.
Hat der Bürgermeister auch bedacht, dass das völlig intakte Rechenzentrum und die Rechnerhalle noch einmal ca. 7.000 m² Nutzfläche bringen?


Sind solche Flächen mitten in der Stadt 'Peanuts'? Wo ist die Praxis von Abriss und Neubau
zeitgemäße Stadtentwicklung?


Die Chance und letztlich auch Verpflichtung der Stadt, statt Privatisierung in das Zentrumsquartier neue, zeitgemäße Nutzungen für Wissenschaft, für Kultur, für Orte und Räume der lebendigen Bürgergesellschaft zu bringen, wäre vertan, würden die Beschlüsse von 2006 und 2010 (Planungswerkstatt Potsdamer Mitte und Leitbautenkonzept) kompromisslos umgesetzt.


Der Komplex der Fachhochschule stellt eine Struktur und Form der jüngeren Vergangenheit
dar ‐ mit Vor‐ und Nachteilen. Mit seiner konstruktiven Anpassungs‐ und Modernisierungs-fähigkeit sowie seiner vollständigen Funktionsfähigkeit ist er ein wertvoller Bestandteil der Stadt, den man zur Weiterentwicklung des Zentrumsquartiers nutzen sollte.


Hier kann ein modernes Pendant zum Landtag im Schloss, zur Bebauung am Alten Markt und zur Nikolaikirche entstehen. Gerade die Kombination von Tradition, Nachkriegsmoderne und heutiger Gestaltung bietet die Chance, selbstbewusst eine geschichtlich und kulturell offene Stadt zu schaffen.


Die Initiative Potsdamer Mitte neu denken fordert den Bürgermeister auf, inne zu halten und
verantwortungsvoll und nachhaltig mit den Ressourcen der Stadt umzugehen. Es wird höchste Zeit, zur 1990 beschlossenen Behutsamkeit in der Stadtentwicklung zurück-zukehren und Stadtentwicklung wieder vom Bestand ausgehend zu denken und zu erarbeiten!